„Dating Queen“ – Beziehungen sich auch keine Lösung

EIN IN DIE IRRE FÜHRENDER TITEL FÜR EINE GUTE KOMÖDIE

„Monogamie ist unrealistisch!“ – Das bekommt die Journalistin Amy (Amy Schumer) schon als Kind von ihrem Vater eingeschärft. Und an diesen Leitsatz hält sie sich auch konsequent in ihrem späteren Liebesleben. Statt eine ernsthafte Beziehung einzugehen, hangelt sie sich lieber von einem One-Night-Stand zum nächsten. Das klappt auch ganz gut – zumindest, bis sie dann durch ihre Arbeit den Sportarzt Aaron Connors (Bill Hader) kennenlernt. Aaron ist erfolgreich, bodenständig und der erste Mann, in den Amy sich zu ihrer eigenen Überraschung Hals über Kopf verliebt. Diese Gefühle sind völlig neu für sie und das Chaos beginnt…„Dating Queen“ ist vom Aufbau her eine klassische Komödie aus den USA. Die Story ist ab dem Zeitpunkt, an dem die beiden Hauptdarsteller sich begegnen, vorhersehbar. Das tut der Geschichte an sich aber keinen Abbruch. Die Figuren sind sympathisch, als Zuschauer freundet man sich schnell mit ihnen an. Und auch die Pointen sind gut eingesetzt. Immer dann, wenn der Film in Gefahr gerät, etwas zu langatmig zu werden, gibt es doch wieder einen Lacher.

Allerdings ist der Titel „Dating Queen“ etwas irreführend. Diese Bezeichnung passt zwar zur Figur Amy, allerdings nur in den ersten 15 Minuten. Danach steht ganz klar ihre Beziehung zu Aaron im Vordergrund. Die bringt einige Probleme mit sich, weil Amy einfach nicht beziehungserfahren ist. Deswegen passt der Originaltitel „Trainwreck“ eindeutig besser.

Das, was dem Zuschauer bei „Dating Queen“ geboten wird, ist an sich aber nichts Neues. Das kennt man schon aus vielen anderen Filmen der letzten Jahre. Trotzdem zeichnet sich diese Komödie durch ihren besonderen Charme und vor allem durch die Darsteller aus. Gerade die Nebenfiguren sind prominent besetzt: Neben John Cena, der eine der längeren Affären von Amy verkörpert, haben auch Daniel Radcliffe und Marisa Tomei kleine Auftritte in dem Film. Die lustigste Nebenrolle hat allerdings der Basketballspieler LeBron James inne. Er verkörpert sich selbst und spielt den besten Freund von Aaron. Durch seine sehr selbstironische Darstellungsweise sticht er besonders aus dem Besetzungspool heraus.

Trotz dieser ganzen positiven Aspekte wird der Film in Deutschland vermutlich einige Schwierigkeiten haben. Hierzulande sind die beiden Hauptdarsteller nämlich nicht so bekannt. In den USA sind Amy Schumer und Bill Hader hingegen richtige Stars. Schumer hat seit mehreren Jahren ihre eigene Comedy-Serie „Inside Amy Schumer“, Bill Hader war unter anderem bei „Saturday Night Live“ dabei und ist auch als Autor für Serien wie „South Park“ tätig. Die beiden zeichnen sich also schon seit längerer Zeit durch ihr Talent aus.

Ein Kinobesuch für „Dating Queen“ lohnt sich also. Die Komödie ist auf ihre Art erfrischend und locker, auch wenn die Story nichts wirklich Neues bietet. Doch durch die vielen guten Schauspieler und die sympathischen Figuren wird das wieder ausgeglichen.

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