Kollaps

TATORT AM SONNTAG – IN FÜNFEINHALB STICHWORTEN

Von Lavina Stauber
Nach einer längeren Sommerpause meldete sich letzten Sonntag nun auch das Dortmunder Team um Peter Faber (Jörg Hartmann) zurück am Tatort. Die Ermittler-Patchwork-Familie mit Martina Bönisch (Anna Schudt), Nora Dalay (Aylin Tezel) und – wohlgemerkt -“Oberkommissar” Daniel Kossik (Stefan Konarske) ermittelte sich durch einen Fall, der auf groteske Weise durchaus seine Komik hatte.

Der Tatort in fünfeinhalb Stichworten:

  • Erschreckend, weil das Opfer ein sechsjähriges Mädchen ist. Sie stirbt an einer Überdosis gestrecktem Kokain, das sie beim Buddeln im Sandkasten eines Spielplatzes vermeintlich für Bonbons hält. Der heraneilende Sanitäter Oliver kann nicht mehr helfen. Als Bekannter der Familie und Sohn von Dieter, dem besten Freund des Vaters des verstorbenen Mädchen, geht auch ihm der Tod der kleinen Emma nahe. Es scheint, es sinne die Familie auf Rache.
  • Kriminell, weil Faber vom unrechten Weg nicht zurückschreckt. Dass der Tatort-Spielplatz nämlich ein Dealerrevier ist, weiß die Polizei schon. Bei einer Razzia am Abend vor dem Unfall sind zwei Dealer über den Spielplatz geflüchtet. Das Team vermutet, die beiden haben aus Angst ihre Drogen schnell vergraben. Bilder einer Überwachungskamera liefern die Gesichter, doch wie findet man zwei flüchtige Flüchtlinge in Dortmund. Faber bittet und befielt dem Drogenboss Tarim Abakay, nach den beiden zu suchen.
  • Kaltblütig, weil das dealende Flüchtlingsmädchen tatsächlich am nächsten Tag gefunden wird, allerdings tot. Faber macht daraufhin  Abakay zur Schnecke und beauftragt in, den anderen Dealer, den Bruder des Mädchens, lebend zu finden. Komisch ist nur, dass Emmas Vater derjenige ist, der das tote Mädchen gefunden hat. Und anstatt die Polizei zu rufen, hat er erstmal Kumpel Dieter mit Sohn Olvier an den Fundort bestellt. Die Nachricht über den Aufenthaltsort der beiden Dealer hat er anscheinend per Telefon erhalten. Anonym, wahrscheinlich von Abakay.
  • Aufräumend, weil tags darauf erneut ein Drogendealer aus der Gegend tot aufgefunden wird. Die Polizei vermutet einen Täter aus der Nachbarschaft, der das Problem mit den Drogen selbst in die Hand nehmen wollte. Der vermisste Flüchtling wird in der Zwischenzeit von Abakay heil bei Faber abgegeben. Es entsteht den Plan, ihn als Köder für den Täter zu benutzen. Doch ein Fehlalarm an Feuerwehrrettungskräften und anrückenden Sanitätern scheint den Plan zu durchkreuzen.
  • Persönlich, weil jeder der Ermittler auf gewisse Weise leidet. Dalay erschießt den Sanitäter Oliver, der sich als Täter entpuppt, um den Flüchtling zu retten. Bönisch vermisst ihren Söhne, die ihr Ex-Mann ihr mit einer Sorgerechtsklage wegnehmen will – auch ihre Wohnung ist pfutsch. Kossik ist noch immer nicht über das Beziehungsaus mit Dalay hinweg und stalkt sie heimlich. Vor allem ihr neuer Freund setzt ihm zu. Und Faber hat wegen der Sache mit Abakay erstmal die Dienstaufsichtsbehörde auf dem Hals.

 

  • Note 2+ für Dortmund, weil erschreckend, kriminell, kaltblütig, aufräumend und persönlich.

 

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