Der grosse Schmerz

TATORT AM SONNTAG – IN FÜNFEINHALB STICHWÖRTERN

Von Lavina Stauber

Auch wenn im Netz gefühlt jeder an dem Hamburger Tatort mit Til Schweiger herummeckert, Nick Tschiller (Schweiger) und Yalcin Gümer (Fahrin Yardin) schossen sich – zwar auf getrennten Wegen, aber als Team – am Neujahrstag souverän und überzeugend durch einen aktionsgeladenen Auftakt-Tatort.

Der Tatort in fünfeinhalb Stichwörtern:

  • Mutig, weil “der große Schmerz” einen gewaltbereiten Tschiller zeigt, der nicht davor zurückschreckt über Leichen zu gehen. Firat Astan (Erdal Yildiz) leitet aus dem Gefängnis heraus noch immer den kriminellen Hamburger Clan, gegen den das LKA seit Jahren ankämpft. Nun soll er verschoben werden und plant dabei während des Transports auszubrechen; mit der Hilfe von Tschiller.
  • Russisch, weil Tschiller natürlich nie freiwillig und nüchtern Astans wagemutigen Plan unterstützen würde und nur deswegen trotzdem dessen Anweisungen folgt, weil die Gangster-Braut Leyla (Helene Fischer – in ihrer zweiten Fernsehrolle!) Tschillers Ex-Frau und Tochter als Geiseln genommen hat. Wenn Astans Ausbruch glückt, sollen die beiden freikommen. So die Abmachung.
  • Spannend, weil Tschiller einerseits versucht Astans Plan auszuführen, ohne von seinen eigenen Leuten entdeckt zu werden, und andererseits bemüht ist, Astans Plan zu durchschauen und wieder die Kontrolle über die Situation zu erlangen. Die Kontrolle aber entwischt ihm mit jeder weiteren Tatort-Minute. Glück für ihn, dass sein Partner Gümer mehr und mehr an Überblick gewinnt.
  • Unterhaltsam, weil Gümer nicht nur als ehrlicher und ordentliche Held aus dem Chaos heraussticht, sonder weil er in der düsteren Schmerz- und Rache-Welt für die nötige Komik und den ein oder anderen Lacher sorgt.
  • Schmerzlich, weil eine ganze Reihe an Menschenleben verloren gehen, auf Seiten der ‘Guten’ und der ‘Bösen’. Und, weil Tschiller seinen guten Gümer am Ende zurücklässt und auf eine harte Returkutsche sinnt. Das Wie und Wo bleibt für’s Erste ungeklärt, ist er Neujahrstatort schließlich ein “Doppelfolgen”-Tatort. Es wird sich also noch ziegen, wer da eigentlich die Fäden im Spiel hat oder glaubte, zu haben.
  • Note 1-2 für Hamburg, weil mutig, russisch, spannend, unterhaltsam und schmerzlich.

… to be continued!

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