Mekuwi und Germanistik

Von Céleste Kazikci

 

Nachdem man sich erst einmal dafür entschieden hat Medienwissenschaften zu
studieren, gibt es noch eine Menge an Kombinationsmöglichkeiten. Unsere Uni bietet
zum Einen einen Verbundstudiengang an, zum Anderen aber auch einen 2-Fach –
Bachelorstudiengang. Und auch hier gibt es wieder eine Menge Möglichkeiten, die
zur Zweitfachwahl zur Verfügung stehen.
Ich habe mich dazu entschieden gehabt Medienkulturwissenschaft mit Deutscher
Sprache und Literatur zu kombinieren.

Nach den ersten beiden Monaten ist mir aufgefallen, wie viele Kommilitonen und
Kommilitoninnen ich habe,  die dieselbe Fächer Kombination studieren, wie ich.
Woran das liegen könnte? Ich weiß es nicht! Was mir aber immer zunehmender
auffällt ist, dass es in beiden Fächern immer wieder Überschneidungen der
behandelten Themen und behandelten Autoren gibt. Die Medienwissenschaft ist ein
eher neueres Forschungsgebiet und somit waren und sind viele Autoren, deren
Texte wir in Mekuwi lesen Germanisten.

Was meiner Meinung nach, auch für Neustudierende wichtig zu wissen ist, ist, dass
mit dem Begriff "Medien" nicht nur der Fernseher gemeint ist. Der Medienbegriff ist
schwer zu definieren, was ihr im Laufe eures Studiums noch anhand vieler Texte (
v.a. aber Luhmann) erkennen werdet. Wenn ihr also erwägt einen
medienwissenschaftlichen Studiengang zu wählen, dann denkt bei dem Begriff
Medien auch zum Beispiel an Theater oder Games.

Außerdem solltet ihr euch im klaren sein, dass ihr in dieser Studiengangkombi viel
lesen müsst. Das kann man sich bei Germanistik vielleicht denken, aber auch im
Mekuwiteil  wird,zumindest im ersten Semester, das Lesen zu einer eurer
Hauptbeschäftigungen.

Was ich persönlich zu meinem Studiengang sagen kann, ist, dass ich, trotz des
vielen Lesens, sehr zufrieden bin.
Meine Fächerkombination ist aber nur eine von vielen Möglichkeiten. Welches Fach
ihr noch zusätzlich studiert hängt ganz von euren Vorlieben und Interessen ab.

Hast du schon Angst oder lebst du noch?

Von Simone Oger

Jeder hat eine eigene Vorstellung davon, wovor er am meisten Angst hat. Angst ist etwas sehr Persönliches und viele Menschen können nicht über sie reden. Sie existiert in tausend Formen und tritt in den unterschiedlichsten Weisen auf. Der eine hat Angst vor Spinnen oder in engen Räumen, der andere fürchtet sich vor Clowns oder der Zahl 4. Einen Konsens scheint es jedoch schon zu geben: Denn wir alle haben Angst vor dem Unbekannten, Angst vor dem, was die Zukunft bringt, somit final auch Angst vor dem Tod – was natürlich einer Relativität und Individualität unterworfen ist.

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Ein gutes Leben führen, ein guter Mensch sein – aber wie? Die Generation Y und die Entscheidungen unseres Lebens

Von Simone Oger

Entscheidungen sind allgegenwärtig. Man entscheidet sich für ein paar Schuhe, eine Sorte Nudeln beim Italiener, für ein Land, das man bereisen möchte und eine Uni an der man studiert. Aber wie soll man diese Entscheidungen treffen? Welche Entscheidungen sind überhaupt uns überlassen und welche schon im Vorhinein entschieden? Weiterlesen

Queerkopf

DAS ELENDIGE IDEAL DER MÄNNLICHKEIT

Von Florian Forbriger

„Ich bin ja so froh, dass du nicht so schwul bist – also, verstehe mich nicht falsch, nicht so tuntig“ Und ich könnte kotzen. Es ist ein Satz, den ich so oder so ähnlich schon häufiger gehört habe. Wohl gemerkt nicht nur von heterosexuellen Freunden und Bekannten – nein, auch in der Gay-Community pflegt man gerne das Image des heterosexuellen „männlichen“ Mannes. Weiterlesen

Penny Dreadful, Season I – Review

Nur durch Zufall bin ich erst kürzlich auf mein persönliches Serien-Highlight dieses Jahres gestoßen: PENNY DREADFUL. Für jemanden, der sowieso einen Faible für das viktorianische London und die schillernden literarischen Figuren eben jener Epoche hat, ein absoluter Glücksgriff. Die erste Staffel á 8 Episoden lief bereits 2014 und ist mittlerweile auf DVD erhältlich. Inhaltlich geht’s zunächst um Sir Malcolm, seines Zeichens Wissenschaftler, Forscher, Archäologe – oder einfach Abenteurer. Nun ist ihm allerdings seine geliebte Tochter Mina abhandengekommen. Der literarisch interessierte Zuschauer wird hier direkt den Link zu Mina Harker implizieren, denn Mina ist nicht einfach so verschwunden, sondern wurde von einer wild gewordene Horde Vampire entführt – zu Beginn ist allerdings noch nicht klar, dass es sich dabei um Graf Dracula persönlich handelt.

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„DUFF – Hast du keine, bist du eine“

EINE TYPISCHE HIGHSCHOOL-KOMÖDIE MAL ANDERS

Bianca (Mae Whitman) ist mit ihrem Teenager-Leben eigentlich ganz zufrieden. Sie hat zwei beste Freundinnen, ist im Schülerzeitungs-Team und kommt mit sich und der Welt ganz gut zurecht. Aber dann findet sie heraus, dass sie eine DUFF (Designated Ugly Fat Friend) ist. Sie ist in ihrer Clique also die Hässliche, die dafür sorgt, dass ihre Freunde noch besser aussehen und dadurch noch beliebter werden. Für Bianca stellt diese Erkenntnis ihre Welt komplett auf den Kopf: Schließlich ist sie in Toby (Nick Eversman) verknallt – aber als DUFF wird sie doch niemals von ihm als potentielle Partnerin wahrgenommen! Kurzerhand soll ihr Kindergartenfreund Wesley (Robbie Amell), mittlerweile der coolste Sportler der Highschool, ihr helfen zu einem Mädchen zu werden, das man gerne datet. Und das bringt so einige Komplikationen mit sich…

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Allen geht es besser als mir

ODER: WARUM UNS VERGLEICHE UNGLÜCKLICH MACHEN

Das Leben ist ein ständiger Vergleich – wir vergleichen Flüge, Schokoladenmarken, Körpermaße, unsere Erfolge und Niederlagen. Wir lernen schon in früher Kindheit, dass wir uns in einem konstanten Wettbewerb befinden. Als ich im Kindergarten war, verglich meine Erzieherin die Äpfel und Birnen, die ich aus Papier ausgeschnitten hatte, mit denen eines anderen Kindes. Meine Früchte sahen ziemlich unregelmäßig aus und ich weiß noch, dass es mich verletzte, als sie mir daraufhin sagte, dass ich doch ein wenig ungeschickt sei und die anderen Kinder schon viel, viel besser ausschneiden könnten (ich sage euch, das Erste, was man euch bei einem Vorstellungsgespräch fragen wird, ist wie gut ihr Früchte aus Bastelkarton ausschneiden könnt).Irgendwann beginnen wir dann, unsere ersten Tests in der Schule zu schreiben und alle Schüler werden miteinander verglichen. Dann geht es weiter an der Uni und/oder unserer Arbeitsstelle. Das Leben scheint aus einem ständigen Sich-Beweisen-Müssen zu bestehen, man muss permanent zeigen, dass man alle Anforderungen erfüllen kann, die die Menschen um einen herum stellen. Und das am besten besser als alle Anderen. Ich weiß, dass ich den Wettbewerb nicht ändern kann, der in dieser Welt so omnipräsent zu sein scheint und mir ist auch bewusst, dass wir ihn ja auch irgendwie benötigen, weil es eine gute Sache ist, sein Können unter Beweis stellen zu dürfen und dann den Lohn dafür zu ernten.

Jedoch sehe ich auch viele Vergleiche, die uns nicht gut tun. Oder schlimmer – Vergleiche, die uns sogar ziemlich runterziehen können. Ich bin der Meinung, dass einer der Gründe, dass wir nicht immer ganz zufrieden mit unserem Leben sind, unser ständiger Vergleich mit Anderen ist. Besonders nach der Schulzeit (oder nach der Uni) schaut jeder ganz genau, was alle Anderen denn gerade so machen und das macht uns entweder Angst und zieht uns runter („Hilfe, alle studieren schon sinnvolle Dinge wie Medizin oder Jura, haben einen Job oder helfen kranken Tierbabys in Uganda und ich habe das letzte halbe Jahr nur rumgesessen und Serien auf Netflix geschaut!“) oder erleichtert („Aaah, ein Glück, Hannah weiß auch noch nicht, was sie denn eigentlich mit ihrem Leben machen will“). Und selbst wenn alle eure Freunde exotische Orte bereisen und wilde Barbecue-Orgien mit australischen Surferboys feiern, gerade dabei sind, ein Mittel zu entdecken, das Krebs UND Aids heilen kann oder zurzeit im weißen Haus ein Praktikum machen und jeden Abend mit „Barack“ noch ein Bierchen trinken gehen – das alles ist EGAL. Das Leben, das ihr lebt, ist euer eigenes und eure Erfolge werden nicht durch Leistungen von Anderen definiert. Jeder schreitet mit seinem eigenen Tempo durchs Leben und wenn ihr jetzt eben noch ab und zu an Entscheidungen zweifelt, sei es der Studiengang, der Stadtwechsel oder nur eure Haarfarbe – lasst dies zu. Manchmal braucht man etwas länger, um den richtigen Weg zu finden. Und auch wenn es ab und zu so scheint, als seien alle auf der Überholspur und man selbst kommt kaum voran und da liegen vielleicht sogar noch so ein paar blöde Steine rum, müssen wir entweder versuchen, diese Steine wegzuräumen oder manchmal eben einen anderen Weg einschlagen. Aber all dies sollten wir tun, weil wir es für richtig halten und nicht, weil wir mit irgendjemandem mithalten möchten. Es ist toll, wenn wir uns mit wunderbaren Menschen umgeben können, die uns in unserer Entscheidungsfindung inspirieren, Vorbilder sind oder uns Ratschläge geben. Jedoch sind letztendlich wir es, die mit der Richtung, die wir einschlagen, leben müssen und diese Richtung sollte nicht durch die Lebenswege Anderer definiert werden.