Nippon Connection – Ein Fest für den japanischen Film

Yokoso! Willkommen! So begrüßte mich das 23. japanische Filmfestival Nippon Connection in Frankfurt am Main im Juni. Es brachte rund 100 Kurz- und Langfilme aus Japan mit, um das Kino zu feiern. Viele Premieren fanden statt und es gab ein weites Spektrum an Genres, darunter Blockbuster, Anime und Dokumentarfilme. Im Rahmenprogramm befanden sich so viele Kulturangebote, dass man jeden Tag seine Zeit mit umfassenden Erlebnissen füllen konnte. Von Workshops, Konzerten und Vorträgen bis hin zu japanischer Küche, es war alles dabei. Diverse Marktstände boten Essen, Bücher, Filme und japanisches Kunsthandwerk an und die Festivalsorte im Mousontrum und im NEXON waren thematisch geschmückt, und das in fröhlichen pinken Farbtönen. Durch die reichliche Anzahl an Besucher:innen war der Saal ziemlich überfüllt, aber draußen befanden sich ebenfalls Sitzgelegenheiten.

Hinter den Türen versteckt befand sich dann der Kinosaal, wo ich zwei Filme miterleben konnte. My Small Land von Emma Kawada erzählt die Geschichte einer kurdischen Familie, die ihren Flüchtlingsstatus in Japan verliert. Protagonistin Sarya steht zwischen kurdischer, türkischer und japanischer Kultur und versucht für sich herauszufinden, was „Heimat“ ist, während sie mit den Einschränkungen zu leben hat, die die Ablehnung des Visums mit sich bringt. Neben diesem dramatischen Film spielt hingegen die Komödie Mondays: See You ‚This‘ Week! von Ryo Takebayashi mit einer Zeitschleife, die sich jede Woche im Büro wiederholt. Die einzige Lösung ist es, den Manga ihres Chefs fertigzustellen. Es kommt am Ende auf das Teamwork der Mitarbeiter:innen an, die Arbeit zu bestehen. Am Ende der jeweiligen Filme traten die Regisseur:innen auf die Bühne und haben über ihre Arbeit und Inspiration geredet. Das Publikum hatte die Möglichkeit, ihnen weitere Fragen zu stellen: „Haben Sie persönliche Erfahrungen mit kurdischer Kultur in Japan?“ oder „In welcher Reihenfolge habt ihr die Szenen für die Zeitschleife gefilmt?“

Neben den Filmen durfte ich auch noch der Kimono Fashion Show beiwohnen, wo Emiko Takano in ihren Designs traditionelle Kimonos und Yukatas mit modernen und popkulturellen Mustern und Stoffen gemischt hat. Männer- und Frauenmode reichte dabei von traditionellen Schnittmustern bis hin zum Gothic Stil und dramatischem Makeup. Ganz niedlich fand ich den farbigen Kimono mit vielen Ansteckern. Das Model ist dabei wie ein junges Mädchen über die Bühne gehüpft. Am Ende des Festivals wurden in der Award Zeremonie vier Preise an die Regisseur:innen der Filme vergeben, wobei drei davon per Publikumsabstimmung durch Stimmzettel entschieden wurden.

Das Nippon Connection Festival war für mich ein einzigartiges Erlebnis japanischer Kultur, wo wirklich für jede:n etwas dabei war. Neben Teezeremonien, Zaubershows und Podiumsdiskussionen über Katzenliteratur hatte man auch die Möglichkeit, als Zuschauende:r aktiv mitzumachen und so auch Japaner:innen im Gegenüber kennenzulernen. Ich finde so etwas großartig und würde jedem weiterempfehlen, dem Festival einen Besuch abzustatten, auch nur um Japan ein bisschen näher kennenzulernen. Für Filmliebhaber:innen ist es aber definitiv ein Muss.

Das nächste Festival wird in der Woche vom 28.5. bis zum 2.6. im Jahr 2024 stattfinden. Weitere Informationen findet ihr auf der der Homepage von Nippon Connection unter: https://nipponconnection.com/de/start/